Die Lage der Kirchgemeinde Heiliggeist in Bern ist speziell:
Vom Hauptbahnhof über Innenstadt, Bundeshaus bis hinunter zum
Marzilibad. Tausende von Menschen queren zu jeder Tageszeit das Kirchgemeinde-gebiet,
auf dem Weg zur Arbeit oder Schule, beim Einkaufen, in der Freizeit.
Und es gibt „Alles": Läden aller Art, Restaurants
jeder Preisklasse, Kinos, Banken und (Park-) Bänkli, Nischen,
Eingänge und Treppen, Papierkörbe, Verkehr, Lärm,
Hektik...
Und was gibt es für die Kinder und Jugendlichen in
dieser Kirchgemeinde? Was ist überhaupt ein sinnvolles Angebot
inmitten von diesem „Konsum-Dschungel"? Im Frühjahr
2002 machen sich Jugendarbeiterin, Pfarrer und Freiwillige auf, zusammen
mit den Kindern und Jugendlichen zu erforschen, wie es um ihre Heimat
inmitten von Bern überhaupt steht, wo sie sich wohl fühlen,
was sie stört und was sie sich eigentlich wünschen würden.
Die Jugendarbeiterin Maja Agyemang berichtet von der Kinderwoche: „Der
Einstieg ins Thema war spielerisch. Jede 4er-Gruppe bekam einen vergrösserten
Spielplan des Spieles Cathedral. Sie mussten die verschiedenen Vorgaben von Kiche,
Hotel, Marzilibad, Büros usw., suchen gehen und damit den Spielplan abdecken. Über
den relativ kleinen, nicht verplanten Platz konnte jede Gruppe selber verfügen.
Wir waren erstaunt über die realistischen Ergänzungen. Ein paar Gruppen
fanden heraus, dass das Bundeshaus fehlte, einige Gruppen setzten WC’s
hin, da sie solche in der Stadt vermissen. Daneben ergänzten sie auch Skater-
oder Vergnügungsparks."
Eine Kindergruppe zieht mit Tonband und Mikrofon durch die Stadt, erforscht Parks
und Plätze und entwickelt Ideen, wie diese Orte kindergerecht aussehen würden.
So entsteht eine Radiosendung. Eine andere Gruppe baut mit viel Material ihre
Traumstadt. Konfirmandinnen und Konfirmanden zeichnen Orte, die ihnen in ihrem
Leben wichtig sind.
Alle Beiträge der Kinder und Jugendlichen ergeben ein Gesamtbild ihrer Befindlichkeit
und Wünsche. Auf dieser Basis entwickelt die Jugendkommission ein neues
Konzept für Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Kirchgemeinde.
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